27.August 2007

Unser Tageshündchen ist da

Heute war es soweit. Holly hatte ihren ersten Tag bei uns. Sie ist ein richtiger Sonnenschein, wie es Babys nun mal sind. Aber, aller Anfang ist schwer, und das erste Mal so ganz ohne Mama, na ja.

Fangen wir aber am Anfang an. Schon vor einiger Zeit sagte uns eine Bekannte, dass sie sich einen Hund holen möchte, aber das Problem wäre, dass sie zur Arbeit müsste. Schnell waren wir uns einig, dass wir den Welpen in "Tagespflege" nehmen würden. Unsere Romina ist ein so umgänglicher Hund, dass es bestimmt keine Probleme geben würde. Gestern nun kam Katharina mittags mit dem fünf Monate alten (geboren am 23. März 2007) Entlebucher-Sennenhund-Mädel zu uns, um den ersten Kontakt mit uns und Romina herzustellen. Die beiden beschnupperten sich, und Holly versuchte, auch mit Romina zu spielen, aber Romina zeigte ihr erst einmal die kalte Schulter. Bei ihr dauert es immer ein bisschen.

Heute früh wurde Holly, sie heißt mit vollem Namen Holly vom Zellertal, dann auf dem Weg zur Arbeit bei uns vorbei gebracht. Es kam wie es kommen musste. Kaum war Katharina weg, ging das große Heulen los. Es ist schon herzzerreißend, wenn ein Hundebaby weint. Auch ließ sie sich nicht von mir anfassen, es muss schon gewaltig sein, wenn sich ein 1,94-Meter-Mann zu so einem kleinen Hündchen herunterbeugt. Aber, es dauerte nicht allzu lange. Nach kurzer Zeit, ich hatte mich an den Computer gesetzt, kam sie zu mir, ließ sich streicheln und legte sich zu meinen Füßen nieder. Später gingen wir dann in den Garten, aber hier ging es wieder los. Sie war nicht zum Spielen zu bewegen. Immerzu saß sie am Zaun und schaute wohl, wo ihre Mama bleibt. Kaum ging ich aber ins Haus, lief sie mir hinterher, sie hatte wahrscheinlich Angst, dass ich auch noch verschwinde. So kam es, wie es eigentlich nicht kommen sollte. Vor lauter Nervosität verwechselte Holly wohl drinnen mit draußen und machte ihr Pipi ins Wohnzimmer. Was solls, es ist die Aufregung, zu Hause ist sie stubenrein, und bei uns wird sie es auch. Ihre Zwölf-Uhr-Mahlzeit, Welpen bekommen ja noch dreimal täglich Fresschen, nahm sie aber mit großem Appetit zu sich. Gegen 14.00 Uhr machten wir dann einen Riesenspaziergang, der natürlich noch an der Leine stattfindet. Beim Spaziergang taute sie richtig auf, tollte durch die Gegend und animierte Romina mehrfach, mit ihr zu spielen. Nach gut 1 1/2 Stunden waren wir wieder zu Hause, und jeder Hund bekam ein schönes Stück Pansen, das sie mit großem Appetit verputzten.

Dann war es endlich soweit, Katharina kam. Als die Tür aufging, wusste Holly erst einmal nicht so richtig, wer da war, aber dann, mit einem riesen Satz sprang sie auf ihr Frauchen zu und dann an ihr hoch, das Schwänzchen wollte gar nicht mehr still stehen. Glücklich, sich wieder gefunden zu haben, gingen die beiden nach Hause. Ich für meinen Teil freue mich schon auf morgen und bin gespannt, wie es weiter geht.

6.September 2007

Resümee der ersten Tage

Die zweite Woche, die Holly an einzelnen Tagen bei und mit uns verbracht hat, ist vorbei. Nun denke ich, ist es Zeit, ein erstes Resümee zu ziehen.

Die ersten zwei Tage saß Holly ja noch hinter der Tür und weinte ihrem Frauchen "Wie kannst Du mich hier nur alleine lassen, komm zurück, bitte, bitte nimm mich mit" bitterliche Tränen nach. Ich musste sie erst mit leisen, ruhigen Worten beruhigen, dann legte sie sich, sie darf ja, wie zu Hause im Arbeitszimmer auf die Couch, und schlief nach kurzer Zeit ein. Ganz fest schlief sie und träumte von der Jagd nach Bällen und Stöcken. Der ganze Körper wackelte, sie streckte die Zunge raus und gab lustige helle Töne von sich. Sobald ich aber meinen Schreibtisch verließ, war Holly wach und hing mir an den Fersen. Egal, wo ich hinging, Holly kam mit. Das ist bis heute, sie war jetzt sechs Tage bei uns, immer noch so. Romina und Holly akzeptieren sich, aber jede macht ihr Ding. Als wir im Garten waren, den Hunden steht dort eine gut 150 qm große eingezäunte Fläche zur Verfügung, animierte Romina zweimal ganz kurz Holy zum spielen. Diese ziert sich aber noch, sie hat wohl in Rominas zu Hause noch Respekt vor der älteren, mal sehen, wie lange. Bei Sapziergängen ist es umgekehrt, da animiert Holly, und Romi zickt.

Was sich geändert hat: Romina und Holly begrüßen sich nun Schnäuzchen an Schnäuzchen, und Holly springt freudig an mir hoch, wenn sie mich morgens zum ersten Mal sieht. Gestern, beim letzten gemeinsamen Mittagsspaziergang für diese Woche, liefen wir wieder, wie so oft, hinter einer Neubausiedlung entlang. Dort gibt es keine Durchgangsstraße und hier fahren in einiger Entfernung nur die Winzer mit dem Traktor, wenn sie in ihre Weinberge fahren, entlang. Hier darf Romina immer frei laufen, das weiß sie, und darauf freut sie sich. Hier toben wir immer zusammen mit ihr, sie gibt dann alles, was in ihr steckt. Wie ein Indianer auf dem Schlachtfeld umkreist sie uns in einer Geschwindigkeit, dass einem schwindelig wird. So auch gestern. Obwohl mit Hollys Frauchen ausgemacht war, sie "noch nicht" freilaufen zu lassen, konnte ich es nicht mit ansehen, wie sie freudig bellte und an der Leine zerrte, als sie Romina so außer Rand und Band sah. Ich machte sie also los, und ab ging die Post. Wie Windhunde tobten die zwei neben- und hintereinander her, es war eine Freude, das zu sehen. Man merkte, Romina die ältere, wollte hier das Sagen haben und hatte es auch. Immer wieder legte sie in vollem Lauf den Kopf auf Hollys Rücken und bellte diese an. Dies ist ein ganz klares Zeichen, um dem Jüngeren zu sagen, klar, wir spielen miteinander, aber ich bin der Chef. Als die beiden genug getobt hatten, nahmen wir sie wieder an die Leine und es ging nach Hause. Hollys Frauchen fand es nicht so gut, dass Holly, ohne dass sie dabei war, schon nach so kurzer Zeit bei uns frei laufen durfte. Sie hat Recht, denn wir hatten es auch so besprochen, deshalb waren ihre Einwände auch berechtigt. Hätte sie aber gesehen, wo es war, und welchen Spaß die beiden gehabt hatten, würde sie uns verstehen.

Noch etwas gibt es zu berichten, Holly lernt schnell. Bereits nach dieser kurzen Zeit weiß sie, dass die Küche für sie tabu ist. Vor der Tür bleibt sie stehen oder macht Sitz und schaut mir zu. Wobei wir auch schon beim nächsten Thema wären, dem "SITZ". Während unserer Spaziergänge muss Holly, so wie es auch Romina macht, an jedem Straßenrand, oder wenn uns im Feld oder Weinberg ein Traktor, Auto oder Radfahrer begegnen, Sitz machen. Musste ich ihr bis dahin immer mit der Hand den Po nach unten drücken oder mich direkt vor sie stellen und das Handzeichen (gehobener Zeigefinger) machen, setzte sie sich gestern mehrmals alleine auf den ausgesprochenen Befehl hin.

Holly ist ein richtiger Sonnenschein, und so wird sie unter anderem auch vom Frauchen genannt. außerdem heißt sie aber auch noch Sternschnuppe, Augenstern, Schneckerl, Puppi, Süße und vieles mehr.