5. September 2011 — Im Salzburger Land

Die Wetterprognosen waren mehr als schlecht. Regen, Regen, Regen, so war die Vorhersage für unsere Urlaubswoche. Doch es kam ganz anders. Zwar öffnete der Himmel seine Schleusen an unserem Ankunftstag, aber schon am kommenden Tag strahlte die Sonne von einem herrlich blauen Himmel. Und so blieb es fast die komplette Woche während unseres Aufenthaltes im Nasnergut . Wie bereits in den letzten beiden Jahren, verbrachten wir auch dieses Jahr wieder eine wunderschöne Woche mit Marina, Heinz und dessen Eltern in Radstadt im herrlichen Pongau. Ein neues Familienmitglied brachten Marina und Heinz dieses Jahr mit. Cupie, eine sieben Monate junge süße Bordercolliehündin machte alle Wanderungen mit und hatte mehr als ein "erstes" Erlebnis in diesen Tagen. So sah sie zum ersten Mal ein Kuh und dachte sicher "Wow was sind das denn für große Hunde".

Wie bereits in den letzten Jahren, nahmen wir uns jeden Tag ein anderes Ziel vor. Heinz, der schon viele Urlaube in Radstadt verbracht hat, war wie immer ein vorzüglicher Wanderführer. Eines der Ziele war der Tappenkarsee, der sich in 1762 Metern Höhe befindet und 100 Meter tief ist. Ausgangspunkt für diese Wanderung war der Parkplatz Schwabalm oberhalb des Jägersees. Von hier aus ging es steil und stetig bergauf und wir überwanden so mehr als 600 Höhenmeter. Unterwegs kamen uns immer wieder kleinere Herden von bis zu 15 Kühen mit ihren Kälbern entgegen, die um diese Jahreszeit auf tiefer gelegene Weiden getrieben werden. Das machte die ganze Wanderung noch abenteuerlicher. Kühe, welche Kälber bei sich haben, können durchaus recht agressiv werden. Nach knapp 1 1/2 Stunden kamen wir am See an und genossen den wundernschönen Blick auf diesen sehr klaren Gebirgssee. Hier machten wir eine kleine Rast und stärkten uns bei Nudelsuppe mit Würstchen. Danach ging es an den Abstieg, auf dem fast die ganze Zeit wiederum eine kleine Herde Kühe vor uns war.

Eine andere Wanderung brachte uns an den Spiegelsee. Ausgangspunkt hierfür ist die Reiteralm die sich auf 1740 Metern über dem Meeresspiegel befindet. Hier nahmen unsere Hunde erstmal ein ausgiebiges Bad und holten das eine oder andere Stöckchen aus dem Wasser. Ginger bevorzugt da eher größere Äste, wie man auf dem ein oder anderen Bild gut sehen kann. Danach ging es aufwärts. 200 Meter höher ist der Spiegelsee. Von hier hat man einen herrlichen Panoramablick zu Dachstein und Bischofsmütze.

Viel zu schnell verflogen die sieben Tage in dieser traumhaften Landschaft. Jeder Tag war ein Erlebnis und wir kommen sicher wieder.


25. Juli 2011 — In Südtirol

Bereits zum vierten Mal haben wir in dieser grandiosen Landschaft unseren Urlaub verbracht. Wie immer waren wir in den Drei Birken zu Gast. Dieses Jahr fuhren wir bereits im Juni nach Wolfsgruben, da wir den Urlaub mit unseren Freunden Anne und Erwin dort verbrachten. Einen ganzen Monat früher sieht natürlich die Vegetation ganz anders aus. So viele Blumen und Kräuter auf den Wiesen und an den Wanderwegen habe ich selten irgendwo gesehen. Allerdings war bei unseren vorherigen Urlauben im Juli das Wetter konstanter und insgesamt etwas wärmer. Wie auch immer, jede Jahreszeit hat ihre Vor- und Nachteile und als "Hundemenschen" gibt es für uns nur falsche Kleidung und kein schlechtes Wetter. Eine große Neuerung gab es dieses Jahr. Auf dem gesamten Gebiet des Ritten konnte man mit der sogenannten Rittencard sämtliche Bahnen, Busse und Gondeln kostenlos benutzen. Dies ist ein Service, den ein Zusammenschluss vieler Hotelbesitzer ermöglicht. Aber Vorsicht beim Buchen des Hotels, nicht alle nehmen daran teil, die "Drei Birken" schon.

Dieses Jahr entschieden wir uns über Nacht anzureisen, und es war die richtige Entscheidung. Ganz entspannt brachten wir die 650 km hinter uns und waren pünktlich um 8.30 zum Frühstück vor Ort. Bereits drei Tage später machten wir die erste große Tour. Mit unseren Freunden machten wir zwei Tage später eine wunderbare Wanderung auf das Rittner Horn. Für uns ist bereits Pflicht, diesen Berg mit seinen 2260 m zu erklimmen. Die Aussicht, die man hat, ist einfach wunderschön. Mit dem Auto fuhren wir nach Pemmern zur Talstation der Gondel und mit dieser ging es auf ca. 1600 m Höhe. Die restlichen 660 m muss man zu Fuß bewältigen. Wir entschieden uns für die gut 2 km lange, aber sehr steile Strecke, um dann nach einer Trinkpause den langen, weniger steilen Weg bis zum Auto zurück zu laufen.

Regelmäßig machen Karin, Walter oder Peter mit ihren Gästen geführte Wanderungen, und so ging es am Freitag, den 17.06. mit Karin in den Vinschgau nach Tschars. Dort liefen wir den schönen Waalweg am Vinschgauer Sonnenberg zum Schloss Juval. Zweieinhalb Stunden ging es leicht, aber stetig den Waalweg bergauf bis zu einem Gasthof unterhalb des Schlosses. Waale sind Kanäle, die die Bergbauern bereits um 1200 errichteten, um Wasser in trockene Äcker und Wiesen zu leiten. Heute noch führen entlang dieser Waale Wege entlang. Im Gasthof stärkten wir uns und gingen nach kurzer Zeit weiter. Schloss Juval gehört Reinhold Messner, der es 1983 erwarb. Es ist Museum, Weingut, Biobauernhof und Buschenschank in einem. Es gibt dort eine Maskensammlung aus fünf Kontinenten, das Haus der Trolle und einen Expeditionskeller, in dem Teile von Reinhold Messners Ausrüstung ausgestellt werden.

In der zweiten Urlaubswoche starteten wir früh morgens mit Seniorchef Peter, um zum Gissmanner Nock in 1800 m Höhe zu wandern. Zuerst ging es mit der Bahn nach Klobenstein, mit dem Bus nach Pemmern und dort mit der Kabinenbahn zur Schwarzseespitze, die auf 2067 m liegt. Zu Fuß ging es in gut zwei Stunden zum Roanerhof, um eine Brotzeit zu machen. Anschließend liefen Anne, Jana, Erwin und ich in einem dreistündigen Marsch zurück zum Hotel. Die anderen liefen bis Pemmern, um von dort mit Bus und Bahn zurück zu kehren. Wir kamen alle gleichzeitig an!!! Insgesamt brachten wir an diesem Tag zu Fuß 800 Höhenmeter hinter uns. Ich glaube, das kann sich sehen lassen.

Das Highlight des Urlaubs war zweifellos die Wanderung zum 2422 m hohen Zendleser Kofel im Villnößtal. Die ersten drei Stunden ging es nur bergauf. 665 m Höhenunterschied legten wir zurück. Der Weg ging anfangs an einem klaren Gebirgsbach (Kaserill Bach) entlang, dessen Wasser man ohne Bedenken trinken konnte. Je höher wir kamen, um so anstrengender wurde der Weg. Aber es lohnte sich. Hinter jeder Höhe, die wir erwanderten, gab es atemberaubende Ausblicke in immer andere Täler. In mittlerer Höhe sah ich das erste Mal im Leben frei lebende Murmeltiere und konnte sogar eins davon fotografieren. Die Serpentinen wurden immer enger. Ein kurzes Stück war der Weg gerade mal 50 cm breit, links ging es steil hoch und rechts war eine steile Geröllhalde, auf der sogar noch etwas Eis lag. Nach einer Einkehr in der Schlüterhütte ging es zwei Stunden bergab zum Auto. Unterwegs ließen wir uns das köstliche Wasser aus dem Bergbach schmecken - einfach wunderbar. Dies war ein Tag, den ich sicher nie vergessen werde - vielen Dank Karin und Walter.

Ein weiteres Erlebnis werde ich sicher auch nicht vergessen. Auf einer kleineren Wanderung kamen wir durch ein Waldstück in der Nähe von Tann. Dort standen mitten im Wald ca. 30 Pferde verschiedener Rassen. Auch Fohlen waren dabei. Sie waren so zahm und zutraulich und auf einmal, wie auf ein stilles Kommando, kamen alle zu mir und meiner Frau und umringten uns. Nicht einmal die Hunde, die wir ja immer dabei haben, störten sie. Wir streichelten die Pferde, redeten mit ihnen und konnten unsere Köpfe an ihren Hals legen. Ein unglaubliches Erlebnis.

Ja, zwei Wochen gehen schnell zu Ende. Es war wieder super schön auf dem Ritten in den Drei Birken und sicher kommen wir wieder zur Familie Prast, um einen entspannenten Urlaub in schöner Atmospäre und traumhafter Kulisse zu erleben.