6. bis 12. November 2011 — Bei Silas Boogk in Oberammergau

Seit dem 3. April, ja, da habe ich bereits das Seminar mit Silas gebucht, freute ich mich schon darauf. Die frühe Buchung war auch nötig, da ich erfuhr, dass bereits einen Tag nach meiner Buchung das Seminar komplett belegt war. Und nun war es endlich soweit. Wir waren in Oberammergau. Sonntagabend gab es eine kleine Begrüßungsrede und danach ging es zum Abendessen, wo Silas die Gruppeneinteilung bekannt gab. Unsere Gruppe umfasste sieben Teams, zwei Aussies, vier Border und Ginger. An vier Tagen hatten wir vor- und nachmittags je zwei Stunden und zwanzig Minuten Training. Am Mittwoch nur vormittags.

Jeder Tag, und die verschiedenen Parcours, standen unter einem bestimmten Motto. Lag der Schwerpunkt an einem Tag bei den Zonen, so ging es an einem anderen Tag um das "Vorausschicken" oder um die verschiedenen Wechsel. Silas ließ uns immer erst unseren Weg laufen und dann zeigte er uns seinen Weg, den wir so lange laufen mussten, bis es klappte und er zufrieden mit uns war. Das ging oft an die körperlichen Grenzen der Teamleader.

Ich möchte es mir sparen, jeden einzelnen Trainingstag hier zu schildern. Aber zu Silas möchte ich einiges schreiben. In diesem Jahr war ich auf fünf verschiedenen Agilityseminaren und ich muss sagen, Silas Boogk hat mir am besten gefallen. Das mache ich an vielen verschiedenen Details fest. Ganz oben steht für viele sicher seine Qualifikation, solche Seminare zu leiten. Seit nunmehr über 13 Jahren übt er diesen Sport aus und hat unendlich viele Wettkämpfe national und international bestritten. Viele davon konnte er erfolgreich für sich entscheiden. Diese Qualifikation haben andere aber sicherlich auch. Was mir so besonders an Silas gefällt, ist seine allzeit gut gelaunte Art, sein Stil an die Probleme einzelner heran zu gehen. Auch nach dem zehnten falschen Versuch etwas umzusetzen, verliert er nicht die Lust, es ein weiteres Mal zu erklären und zu wiederholen. Er konnte uns immer wieder motivieren, alles zu geben, zeigte genau unsere Schwächen auf, lobte aber auch intensiv, wenn es klappte, und wir seine Vorstellungen umsetzen konnten. So wie er mit den Menschen umging, konnte er es auch mit den Hunden. Oft war man erstaunt, dass bei ihm der Hund auf einmal genau das tat, was er sollte. Gerade bei den Hunden war dieses sekundenschnelle Umschalten von Loben und Tadeln wunderbar anzuschauen. Ein weiteres Highlight war für mich zu sehen, dass ich Wege mit Ginger in den Parcours gehen konnte, die ich nie für möglich gehalten habe. Silas schaffte es außerdem, dass ich die meiste Zeit vor meinem Hund war, gedanklich aber auch körperlich.

Die Gruppeneinteilung war gelungen, und so konnte ich mit Yvette und Markus und ihren Aussies Kegel und Merle die Trainings gemeinsam verbringen. Es freut mich sehr in dieser Woche Ingrid Rogger und ihren Mann Serghei Garau aus Südtirol kennengelernt zu haben. Die beiden waren allzeit gut gelaunt und eine wirkliche Bereicherung für die Trainingsgruppe. Besonders wird mir unsere zweieinhalbstündige Wanderung mit ihren sieben Bordercollies in Erinnerung bleiben. Mit zu der Gruppe gehörte auch Daniela mit ihrem liebenswerten Border Filou und die zwei Polenmädels Ewa und Iwona. In ihre Hündin Just (Never Never Land) habe ich mich regelrecht verliebt. Bei Ewa Lukasik, der Züchterin von Just, möchte ich mich besonders bedanken, dass sie mir erlaubt die Bilder von Ginger auf meine Seite zu stellen.

Ganz bestimmt aber werden mir die Rufe "Alina - Alina - Alina" von Serghei und das immer wiederkehrende "From the beginning" von Silas in Erinnerung bleiben :-))

Zum Hotel Wolf möchte ich sagen, dass wir uns zu jeder Zeit dort wohlgefühlt haben. Meine Frau Jana genoss die schönen Wanderungen, die sie bei traumhaftem Wetter mit Romina machte und von denen sie mir abends immer begeistert berichtete. Es gab eine leckeres Frühstücksbuffett und jeden Abend konnten wir aus verschiedenen Essen das wählen, worauf wir am meisten Appetit hatten. Das Personal ist äußerst freundlich und zuvorkommend. All dies ist mit ein Grund, warum ich bereits jetzt ein weiteres Seminar bei Silas Boogk gebucht habe. Ich freue mich darauf, im April 2012 unter seiner Leitung neues zu versuchen.


29. und 30. Oktober 2011 — SV OG Bischofsheim

Auch dieses Wochenende waren wir wieder Turniermäßig unterwegs. An beiden Tagen starteten wir bei der SV OG Bischofsheim. Es waren sehr schöne und gut organisierte Turniere. Auch das Wetter spielte mit und an beiden Tagen blieb es trocken und warm genug um sogar ohne eine dicke Jacke die Nachmittage zu verbringen.

Am ersten Tage gab es leider zwei Dis. Beim A-Lauf am Morgen war Ginger trotz aller Bemühungen nicht zu lenken und so verließ ich nach dem fünften oder sechsten Hindernis den Parcours. Der Jumping am Nachmittag war wenigstens rund und ich war, obwohl wieder ein Dis, nicht enttäuscht.

Am heutigen Sonntag wurde der A-Lauf wieder zum Dis. Allerdings, wie mir auch meine Kollegen sagten, ein "schönes". Ginger ließ sich gut führen und nahm leider, warum auch immer, drei Hindernisse vor Schluß das falsche Hindernis. Der Jumping wurde super. Wir ließen 32 Teams hinter uns und holten uns mit einem fehlerfreien Lauf in 29,22 Sekunden Platz 3. Das waren 4,27 m/s und die drittschnellste Zeit der gesamten Gruppe. Nur 5/10 fehlten uns zu Platz 2.

Was auch wirklich super war, Ginger hat, bis auf einmal an der Wippe, alle Kontaktzonen super gestanden. Ich denke, hier sind wir auf einem guten Weg. Nun geht es erstmal für eine Woche zu Silas Boogk. Ich freue mich schon riesig darauf und glaube, dass uns dieses Intensivseminar richtig was bringt.


23. Oktober 2011 — SV OG Praunheim

Kaiserwetter, Sonnenschein satt, ein toller Platz. Spazierwege im Überfluss, die teilweise direkt an der Nidda entlang führten. Wiesen so weit das Auge reicht. Gutes Essen, leckere Kuchen. Eine stramme Organisation und eine Richterin, Irmgard Zinn, die anspruchsvolle, aber laufbare Parcours stellte. Das war der Rahmen für einen vielversprechenden Turniertag.

Mit dem Jumping fing es, wenn auch verspätet, an. Die Richterin fand, wie soviele Teilnehmer, nicht pünktlich auf den Platz. Dort entschied sie, mit den Jumping anzufangen, da der Platz noch recht nass und stark mit Raureif überzogen war. Es wurde ein toller Lauf. Wir ließen 30 Teams hinter uns und holten in einer Zeit von 29,24 Sekunden mit einem fehlerfreien Lauf Platz 2. Das waren 4,27 m/s und die viertschnellste Zeit der gesamten Gruppe.

Im A-Lauf zog Ginger alle Register, vier Stangen fielen, zwei Verweigerungen folgten und zum Schluss nahm sie den vorletzten Sprung falsch - Dis.


22. September 2011 — Training im Verein

Am Donnerstagabend ist Training im Verein. Selbstverständlich kommen hier ständig Kontaktzonenhindernisse zum Einsatz. Als ich an der Reihe war, legte ich das Target an das Ende des Stegs. Ginger hielt perfekt bei jedem Durchgang an der Zone an, ich konnte an ihr vorbei laufen und erst mit dem Kommando "Touch" lief sie los. Es ist so toll, wenn eine erst seit kurzem eingeübte Technik so gut klappt. Ich bin sehr gespannt auf unser erstes Turnier, aber bis dahin haben wir Gott sei Dank noch etwas Zeit, um alles zu festigen.


21. September 2011 — Kontaktzonentraining

Am Montag machte ich zu Hause weiter, um mit Ginger das Target zu intensivieren. Am Dienstag belegte ich das Target bereits mit der Bedeutung "Touch". Ich setzte Ginger ab, legte das Target etwa zwei Meter von ihr entfernt auf den Boden und sobald sie auf dem Weg zum Target war, sagte ich Touch und beim Berühren clickte ich. Dies wiederholte ich am Abend noch einmal. Überhaupt machte ich mit Ginger immer zwei Einheiten am Tag. Zehn bis 15 Minuten vormittags und das gleiche am späten Nachmittag noch einmal. Am Mittwoch legte ich bereits ein 2 Meter langes Brett auf den Boden, das ich mit blauem und rotem Teppichboden bespannt habe. Das Target legte ich ca. 25 cm hinter der Kontakzone auf den Boden. Etwa 2 Meter vor dem Brett lief ich mit Ginger los und gab das Kommando "Touch". Sie lief bis an das Ende des Brettes und blieb dort mit einer Pfote auf dem Target und zwei Pfoten auf der Kontaktzone stehen. Bereits nach wenigen Wiederholungen konnte ich weiter laufen und sie blieb trotzdem am Target stehen.


17. und 18. September 2011 — Seminar mit "Flo" Cerny

Die ganze Woche schaute ich auf die Wetterprognosen für dieses Wochenende und diese wurden immer schlechter. Wie so oft hatten sich die Wetterfrösche aber getäuscht und es blieb das ganze Wochenende, bis auf ganze 15 Minuten, trocken. Samstag scheinte sogar öfter mal die Sonne. Für die Hunde war es ein Traumwetter. Bei ca 15° C gab Ginger wie gewohnt alles, um ihrem Herrchen zu gefallen. Und das tat sie.

Um es einmal deutlich zu sagen, Ginger kann im Parcours fast alles. Wenn ICH keine Fehler mache, meinen Weg finde und ihr ihren Weg frühzeitig und deutlich anzeige, ist sie meiner Meinung nach ein sehr guter Hund. Dies bestätigte sich auch im jetzigen Seminar. Als sehr triebig, schnell und aufmerksam bezeichnete Flo meine Ginger. Weiterhin sagte er, dass, wenn meine Signale an sie rechtzeitig kommen, sie sehr gut zu führen ist. Allerdings muss das auf Augenhöhe oder vor ihr passieren. Wobei wir beim wohl größten Problem angekommen wären, den Kontaktzonen. An diesen hält sie nur an, wenn ich es auch tue. Somit kann ich mich nicht absetzen, um zum Beispiel einen Wechsel einzuleiten oder sie mit einem "Außen" die folgende Hürde von hinten nehmen zu lassen. Daran müssen wir zwingend arbeiten und damit habe ich auch schon begonnen.

Ich habe mich entschlossen, die Kontaktzonen mit Hilfe des Clickers komplett neu aufzubauen. Damit begann ich bereits während des Seminars in der Mittagspause am Sonntag. Ich lieh mir ein Target und einen Clicker und setzte mich mit Ginger in eine ruhigere Ecke. Hier legte ich das Target vor sie und wartete, was sie mir anbot. Es tat sich nichts, sie sah mich nur an. Also nahm ich das Target in die Hand und bat sie, ihre Pfote zu heben. Als sie das tat, führte ich das Target an die Pfote heran und clickte in derselben Sekunde. Dann gab ich ihr ein Leckerchen. Dies wiederholte ich vier bis fünf Mal. Nun legte ich das Target wieder auf den Boden und prompt berührte Ginger es mit der Pfote — Click und Leckerchen. Nachdem sie das Leckerchen verzehrt hatte, legte sie sofort wieder die Pfote auf das Target. Daraufhin gab es sofort wieder ein Click und das Leckerchen. Nach etwa zehn bis 15 Wiederholungen hörte ich auf, um sie nicht zu langweilen. Am späten Nachmittag holte ich noch einmal das Target hervor und Ginger wusste sofort, was zu tun ist — Pfote auf das Target bedeutet ein Click und ein Leckerchen. Sie ist grandios, meine Kleine.

Zum Abschluss des Seminars gab es gemeinsam eine Besprechung. Hier sagte Florian Cerny über uns, dass Ginger und ich auf einem guten Weg wären. Ich müsste meine Koordination im Parcours verbessern, Ginger deutlicher die Wege aufzeigen, und er sprach noch einmal explizit das Kontaktzonenproblem an. Weiterhin sagte er, dass er den Hut davor zieht, dass jemand in meinem Alter so mit einem wirklich schnellen Hund im Parcours unterwegs ist. Das macht mich stolz und gibt mir Ansporn, weiterhin intensiv mit Ginger an unseren Problemen zu arbeiten. Insgesamt hat mir das Seminar sehr gut gefallen. Florian Cerny ist durch seine ruhige und souveräne Art ein äußerst angenehmer Seminarleiter, der es aber auch nicht versäumt, Schwächen aufzudecken und diese zu benennen. Er stellt anspruchsvolle Parcours, die den Teams einiges abverlangen. Super gut fand ich die ausführliche Abschlussbesprechung, die so noch kein Seminarleiter abgehalten hat.

Hier noch die Parcours, in denen wir die beiden Tage arbeiteten.


3. September 2011 — SV OG Kirchheim — Unser erstes Turnier in A2

Morgens um sieben, als ich meinen Stuhl und Schirm neben dem Parcours aufbaute, war alles noch bestens. Ich freute mich auf den Turniertag und unser erstes Turnier in A2. Keine Spur von Unsicherheit, nur Vorfreude. Als ich ins Meldebüro ging, um die Leistungskarte abzugeben, den Impfpass kontrollieren zu lassen und unsere Startnummer zu holen, musste ich feststellen, dass wir noch in A1 eingetragen waren. Also ummelden und das bedeutet, immer den ersten Startplatz in der Gruppe, Sch... . Na ja, wird schon nicht so schlimm werden, dachte ich. Spätestens als ich schon den Aufbau des A2-Parcours beobachtete, änderte ich meine Meinung, und die Nervosität setzte ein. Ganz schön heftig, dachte ich und dies bestätigte sich bei der Parcoursbegehung.

Ginger musste ich diesmal schon vor der Parcoursbegehung warm machen, da wir ja als erstes Team an der Reihe waren. Schon hier war etwas seltsam. Ginger spürte sicher meine Nervosität und legte ein Verhalten an den Tag, das ich so nicht von ihr kenne. Total ruhig, schon fast ängstlich, machte sie die mittlerweile rituelle Unterordnung mit mir. Wahrscheinlich spürte sie meine Unsicherheit. Dann war schon die Parcoursbegehung an der Reihe. Ich wurde immer nervöser, da ein paar schwierige Passagen dabei waren. Fünf Minuten, solange dauert die Begehung, sind schnell um. Also Ginger holen und an den Starten gehen. Schon wurde ich aufgerufen. Ich setzte sie an den Startsprung, sie bellte wie immer, blieb aber toll sitzen. Als ich sie abrief, spurtete sie los und bereits am dritten Hinderniss kam das Dis, da ich sie über einen Sprung schickte, wo doch der Slalom an der Reihe war. Mein Fehler! Den Restlauf hätte ich mir schenken können, da ich keine Linie mehr im Parcours fand. Ginger spürte das natürlich und dementsprechend war unser Lauf.

Der Jumping am Mittag lief eindeutig besser. Leider hatte ich einen kleinen Führfehler, der zu einer Verweigerung führte, außerdem riss Ginger zwei Stangen. Trotzdem reichte es für Platz 11. Im Jumping waren von 16 Teams nur drei schneller als wir.


20. August 2011 — SV OG Gimbsheim — Aufstieg in A2

Bereits früh morgens zeichnete es sich ab, was für ein heißer Tag es werden sollte. Ganz schnell stieg das Thermometer auf über 30°C. Der Veranstalter hatte vorgesorgt und für die Hunde große Kunststoffmuscheln aufgestellt, die ständig mit frischem Wasser gefüllt wurden. Die Menschen suchten Schatten unter den großen Bäumen oder hatten Schirme mitgebracht, um direkt am Parcours die Läufe der verschiedenen Klassen verfolgen zu können.

Gegen 11 Uhr war ich mit Ginger an der Reihe. Der Richter des heutigen Tages, Herr Pape, stellte einen Parcours, der zwar gut zu laufen war, aber trotzdem seine Ecken und Kanten hatte. Bereits wie am Wochenende vorher machte ich Ginger kurze Zeit vor unserem Start warm und anschließend etwas Unterordnung mit ihr. Dann war es soweit. Ich setzte sie an den Start, wo sie zwar bellte, aber auf ihrem Platz blieb, bis ich sie abrief. Es wurde ein fehlerfreier Lauf in einer Zeit von 36,73 Sekunden (3,89 Meter/Sekunde). Da bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht viele Teams fehlerfrei durchgekommen waren, rechnete ich mir große Chancen aus, ganz vorne dabei zu sein. Nach Beendigung aller Läufe bestätigte es sich. Ginger und ich waren auf Platz drei und damit aufgestiegen in die A2.

Das Video zu unserem Lauf könnt Ihr hier sehen: Der Aufstieg in A2

Den Jumping am Nachmittag vergeigte ich total. Irgendwie lief alles an mir vorbei, war wohl die große Hitze. Erst zwei Starter vorher wurde ich auf einmal darauf aufmerksam, dass wir gleich an der Reihe waren. So ging ich ohne die geringste Konzentration an den Start und Unterordung konnte ich mit Ginger natürlich auch nicht mehr machen. Prompt dreht Ginger wieder total am Rad. Ich ließ sie deshalb vor dem dritten Hindernis wieder absitzen, um sie zur Ruhe zu bringen. Dies führte unweigerlich zur Disqualifikation. So unvorbereitet an den Start zu gehen, das wird mir bestimmt nicht nochmal passieren.


13. und 14. August 2011 — SV OG Norheim — Den Aufstieg um 3/100 Sekunden verpasst

Zwei Tage Norheim standen auf dem Plan. Eine Ortsgruppe, zu der ich immer wieder gerne hinfahre. Auf einem Plateau inmitten von Weinbergen und mit einer grandiosen Aussicht auf die Felsen der umliegenden Hügel, ist dieser Agilityplatz gelegen. Hier stimmt einfach alles. Leckere selbstgebackene Kuchen, saftiges Grillfleisch und Bratwürste, tolle Salate und eine Getränkevielfalt, wie man sie nur aus Gaststätten kennt. Vor allem aber besticht die Herzlichkeit der Vereinsmitglieder, allen voran Hans-Albert Klein, Werner Waack und Thomas Marx.

Am Samstag reiste ich bereits um 12 Uhr in der Hoffnung an, einen Zeltplatz direkt am Parcours zu bekommen. Pustekuchen, alles war belegt, und ich musste mein Zelt in zweiter Reihe aufbauen. Alles kein Problem. Mittlerweile kennt man sich in der großen Familie der Agilityfreaks und kann seinen Stuhl immer irgendwo dazu stellen, um die meisten Läufe im Sitzen zu sehen. Den ganzen Tag hingen Gewitterwolken über dem Platz, und pünktlich zu meiner Parcourbegehung setzte der Regen ein. Genauso pünktlich hörte er aber vor meinem ersten Lauf auch wieder auf. Leider führte ich Ginger an diesem Tag im Jumping ins Dis. Wie bereits in Sinzig machte Ginger beim Jumping einen Frühstart, und ich setzte sie konsequenterweise wieder an den Start, worauf natürlich gleich der Pfiff der Richterin ertönte. Im darauffolgenden A-Lauf setzte ich mich zu weit von Ginger ab. Um schnell zu mir aufzuschließen machte sie sich sehr flach und riß 4 Stangen - Platz 23.

Am Sonntag sollte es besser laufen. Wie gewohnt begann dieser Tag mit dem A-Lauf. Etwa zehn Starter vor unserem Lauf ging ich mit Ginger auf den Nachbarplatz, um sie etwas aufzuwärmen. Danach machte ich mit ihr für zwei oder drei Minuten Unterordnung, da Ginger am Vortag wieder ziemlich durchgeknallt war. Ob es dieses Procedere war, weiß ich nicht, aber Ginger war von Anfang an viel konzentrierter. Wie am Schnürchen gezogen konnte ich sie über den Parcours, der nicht ohne seine Schwierigkeiten war, führen. Leider holte ich sie nach einer Sequenz etwas zu nah an mich heran und ich musste sie um mich herum führen. Dies sollte sich rächen. Wir brachten den Lauf mit Null Fehlern und einer Zeit von 33,47 zu Ende. Das sind 3,88 Meter pro Sekunde. Letztendlich reichte es für den vierten Platz. Durch meinen kleinen Patzer, der uns sicherlich 2-3 Sekunden gekostet hat, verpassten wir um 3/100 Sekunden den dritten Platz. Dieser wäre mein Aufstieg in die A2 gewesen.


2. bis 5. August 2011 — Seminar mit Daniel Schröder und Tobias Wüst

Erst am Donnerstag vor Seminarbeginn erfuhr ich, dass Daniel und Tobias in Wiesbaden ein Seminar anbieten. Kurz entschlossen rief ich Sandra Körber, die Chefin von "Attentiv Dogs" an und fragte, ob noch ein Platz frei wäre. Ich hatte Glück und so warteten vier spannende Tage auf Ginger und mich. Zwei Trainings hatte ich bei Tobias Wüst und drei bei Daniel Schröder. Obwohl Daniel ja eher der Fachmann für die "Kleinen Hunde" ist, da er Shelties führt, fand ich seine Stunden um einiges besser. Er geht sehr gut auf die verschiedenen Teams ein und gibt ständig Infos was er gut findet und was nicht. Er ließ uns erst den eigenen Weg laufen und optimierte diesen dann passend zum Team, wobei er die jeweiligen Führstile, aber auch die Schnelligkeit des Hundes und des Hundeführers berücksichtigte.

Am Mittag des ersten Tages war es sehr heiß und Ginger, die sonst immer alles gibt, schaltete auf Sparflamme. Daniel fragte mich, ob sie auf Leckerlies oder Spielzeug besonders abfährt. Also packte ich ein Spielzeug aus und Ginger ging ab wie die Post. Aber nicht nur das, sie achtete auch wesentlich mehr auf meine Führhand. Markus mein Vereinskamerad, der auch an dem Seminar teilnahm, meinte anschließend zu mir, dass er meinen Führstil mit dem Spielzeug in der Hand besser findet als ohne. Anscheinend gebe ich Ginger besser die Richtung vor und laufe konzentrierter. Meine Arme seien ständig oben gewesen um Ginger den Weg anzuzeigen. Gerade auf Turnieren lasse ich meine Arme wohl oft fallen und so reißt der Kontakt zum Hund ab. Unser Plan für die nahe Zukunft ist nun dieser. Ich werde alle Trainings nur noch mit Spieli laufen um mich daran zu gewöhnen die Führhand oben zu lassen und Ginger daran zu gewöhnen auf die Führhand zu achten.

Am Mittwoch erwartete uns etwas besonderes. Und zwar stand ein Lauf- und Koordinationstraining auf dem Stundenplan. Hier ging es nur um den Menschen. Zuerst machten wir ein Warm up. Wir liefen rund um den Trainingsplatz. Zunächst vorwärts, dann nach beiden Richtungen seitwärts und schließlich rückwärts. Anschließend wurde die Beinmuskulatur gedehnt. Nachdem Daniel meinte, unsere Muskeln seien warm genug ging es an die Koordination. Steps auf der Stelle, Steps in ganz kleinen Einzel- oder Doppelschritten. In vollem Tempo vorwärts rennen, nach einem belgischen Wechsel rückwärts rennen. Seitwärts eine acht laufen. In vollem Tempo Bälle aufsammeln und in einen Korb werfen. Sehr vielfältig waren die Übungen und nach gut drei Stunden waren wir alle froh dass wir Pause hatten. Daniel meinte, zweimal die Woche dieses Training für knapp 20 Minuten und unser Laufstil würde sich stark verbessren.

Am letzten Tag gab es eine kurze Schlussbesprechung in der Daniel meinte, dass er, mit dem was Ginger und ich gezeigt hatten, sehr zufrieden war und es nur kleine Abstimmungsprobleme geben würde. An diesen werde ich nun arbeiten.


31. Juli 2011 — Regionalliga in Rüber

Heute stand das dritte und letzte Regionalligaturnier auf dem Plan. Bereits um kurz vor sieben machte ich mich auf den Weg in das 125 km entferne Rüber bei Dieblich an der Mosel. Unsere Mannschaft wollte heute noch einmal alles geben um auf den vorderen Pätzen zu bleiben. Kurz gesagt, wir schafften es. In der Mannschaftswertung holten wir am heutigen Tag Platz 5 und insgesamt schlossen wir die Ligaläufe auf Platz 6 von 14 ab.


3. Juli 2011 — afo03 Oppenheim

Um es kurz zu machen. Im A-Lauf gab es bereits am fünften Hindernis ein Dis. Nachdem es durch einen sehr kurzen (max. 2 Meter) Tunnel ging, unterschätzte ich die Geschwindigkeit Gingers und sie hatte dadurch zwei Hindernisse später einen großen Vorsprung. Dort nahm sie den Tunneleingang der direkt vor ihrer Nase war, leider den falschen. Schade, denn es war ein leichter, runder Parcours. Dies zeigte auch die Tabelle. Fast 20 Teams liefen null Fehler, dass kommt nicht oft vor.

Am späten Nachmittag kam das Jumping Open. 72 Teams aus A1 und A2 waren hier am Start. Bereits morgens konnte man sehen, was für schnelle Hunde am Start waren. Die Spitze bestand aus Border, Mallinois und Australian-Shepherds. Es wurde vom Richter ein Rennparcours gestellt. Leider riss Ginger drei Stangen, denn unsere Zeit war richtig gut. Ein null Fehler hätte für den dritten Platz gereicht, ein einziger Fehler immer noch für Platz sechs. So holten wir Platz 31. Trotzdem, ich bin zufrieden. So schnelle Hunde muss man erstmal gut führen können - mit 28,47 Sekunden (4,57 m/sec.) liefen wir die achtschnellste aller 72 Teams


2. Juli 2011 — Regionalliga beim SV OG Aubachtal

Das zweite Turnier war heute beim SV OG Aubachtal in Neuwied-Biebrau. Es hieß um fünf Uhr aufstehen, dass wir pünktlich nach 125 km dort eintrafen. In A1 starteten 25 Teams in unserer Klasse. Obwohl Ginger einen Frühstart machte und ursplötzlich neben mir auftauchte, reichte uns die viertschnellste Zeit bei je einem Pf und Vw immer noch für einen achten Platz. Im Ligalauf liefen wir leider ins Dis. Am Nachmittag ging es gegen 47 Hunde ins Jumping. Dort machten wir leider einen Pf und kam nur auf Platz 16.

Unsere Ligateam kam an diesem Tag auf Platz acht und insgesamt nach zwei Läufen auf Platz fünf. Nun gibt es noch einen Lauf und wir werden sehen wo wir am Schluss stehen.


5. Juni 2011 — In Hockenheim

Es bleibt weiterhin heiß. Heute war unser drittes Turnier in vier Tagen. Das geht sicher mental schon an die Grenzen vieler Hunde. Hockenheim hat immer die größten Turniere hier in der Region, und so waren es auch heute wieder 198 Starter in allen Klassen. In A1 liefen 34 Teams.

Der Parcours war mehr als anspruchsvoll gestellt. Gleich das zweite Hinderniss war ein rechtsgeführter Slalom, wobei ich sagen muss, dass Ginger im Slalom mittlerweile weder links- noch rechtsgeführt Probleme hat. Unser Problem ist eher, dass ich noch lernen muss, den Parcours bei der Begehung besser zu lesen. Gleich an zwei Stellen tat ich mich schwer. Hätte ich hier auf der anderen Seite geführt, dann hätte ich Ginger ziehen können und alles wäre gut gewesen. So aber drückte ich sie an einer Steg-/Tunnel-Verleitung in den Tunnel, was zum Dis führte.

Mit dem Jumping am Mittag war ich dafür mehr als zufrieden. Es war ein Open und so traten 55 Teams aus A1 und A2 gegeneinander an. Wer hier nicht Gas geben konnte, der hatte schon verloren. Leider riss Ginger relativ früh eine Stange, was sehr viele Hunde an dieser Stelle taten. Vor dem vorletzten Hindernis, ein Tunnel, machte ich einen Wechsel und musste Ginger dadurch in den Tunnel drücken. Das klappte zwar noch, war aber doch holprig. Ohne Wechsel hätte ich sie schön in den Tunnel ziehen können, und es wäre viel flüssiger gewesen. Danach kam der Schlusssprung und ich war mir wohl zu sicher, den Lauf schon nach Hause gebracht zu haben. Meine Körperspannung ließ nach und Ginger lief prompt am Sprung vorbei. Das brachte uns eine Verweigerung und kostete bestimmt zwei bis drei Sekunden. Trotzdem, ich bin zufrieden. Platz 19 bei lediglich neun fehlerfreien Läufen und 24 Platzierungen kann sich sehen lassen.

Zur Organisation möchte ich noch Folgendes sagen. Ein Turnier mit 198 Startern in dieser Zeit durchzuziehen, ist eine Superleistung. Meine Hochachtung für diesen Verein.


4. Juni 2011 — SV OG Bischofsheim — 2. Qualifikation zur A2

Schon früh am Morgen brannte der Planet und ich freute mich schon auf ein kurzes Turnier, da nur knapp über 70 Teams gemeldet waren. Es sollte anders kommen. Zuerst wurde der Start nach hinten verschoben, dann gab es auch nach eine Verspätung. Die Umbauten zwischen den einzelnen Klassen dauerten sehr lange. Dann gab es eine lange Mittagspause und zum Schluss dauerte es noch gut 45 Minuten bis endlich um fast 17 Uhr die Siegerehrung begann.

Richter Bernd Pape war, wie bereits schon am Donnerstag auch, heute wieder der Richter. In meiner Klasse, A1-Large, starteten 28 Teams. Mit Startnummer 37 war ich fast ganz zum Schluss an der Reihe und sah einen nach dem anderen ins Dis laufen. Dann war es soweit. Ginger saß perfekt am Start, und ich konnte mich gelassen auf meine Position begeben. Es wurde ein sehr runder harmonischer Lauf, den wir mit null Fehlern ins Ziel brachten. Die zweitschnellste Zeit brachte uns die zweite Qualifikation und der A2 einen großen Schritt näher.

Am Nachmittag im Jumping machte Ginger seit Langem wieder einen Frühstart. Sie kam plötzlich an mir vorbei geschossen, und ich konnte sie gerade noch in den Slalom drücken. Wie nicht anders zu erwarten, wurde es ein Dis.


2. Juni 2011 — SV OG Taunusstein

Unser zweites offizielles Turnier für 2011. Der Platz der OG Taunusstein ist traumhaft schön gelegen, am Waldrand, genau gegenüber vom Taunus-Wunderland. An so einem sommerlich heißen Tag wie heute ist es toll, wenn so viele Bäume da sind die Schatten spenden können. Die Bewirtung ist hier immer vorzüglich, es gab Steaks, Bratwürste und dazu jede Menge Salate. Mittags kam sogar ein Eismann vorbei.

Richter Bernd Pape stellte am Morgen einen zwar lösbaren, aber dennoch sehr anspruchsvollen A-Lauf. Er hatte seine Ecken, an denen sehr viele scheiterten. So gab es bei 31 Largeteams gerade mal einen einzigen Null-Fehler-Lauf. 17 Teams liefen ins Dis und nur 14 kamen in die Wertung. Ginger und ich erliefen uns in einer Zeit von 37,77 Sekunden trotz einer fallenden Stange und einer Verweigerung den fünften Platz.

Am Nachmittag im Jumping lief es nicht mehr ganz so rund. Eine gefallene Stange und zwei Verweigerungen bei einer Zeit von 35,32 reichten trotzdem noch zu Platz zwölf. Insgesamt bin ich ob unserer Disserie vom letzten Jahr mehr als zufrieden damit. Die Frühstarts zumindest gehören wohl der Vergangenheit an und auch die Läufe werden viel runder.


21. Mai 2011 — Regionalliga in Grünstadt

Nachdem Julia einen Hilferuf startete, und ich mich darauf gemeldet hatte, war es mir in den letzten Tagen doch etwas mulmig zumute. Immerhin hatte ich seit Oktober letzten Jahres keine offiziellen Turniere mehr gelaufen. Zu groß war mein Frust, immer wieder mit einem Dis das Turnier zu beenden. Die Nacht vor Grünstadt war nicht die angenehmste, aber nach den wenigen Stunden Schlaf wachte ich morgens wider Erwarten frisch auf und hatte richtig Lust, mich auf den Weg zu machen und endlich wieder ein Turnier zu laufen.

Der Platz in Grünstadt ist sehr gepflegt und wunderschön am Rande eines großen, waldähnlichen Parks gelegen. Hier kann man auch bei großer Hitze mit den Hunden eine kleine Entspannungsrunde im Schatten laufen. Und das brauchten wir heute. Die Sonne brannte schon am frühen Morgen vom Himmel herunter und es war sehr schwül. Gegen Mittag steigerte sich dies noch, da es für 10 Minuten regnete und es fast ein tropisches Klima war.

Bernd Pape war der Richter des heutigen Tages und wer ihn kennt, der weiß, welch anspruchsvolle Parcours er meist stellt. So war es auch heute. Nach der Parcoursbegehung beherzigte ich Timos Tipp und ging den Parcours mit geschlossenen Augen ein paar Mal hintereinander durch. Das hilft sehr, sich den Laufweg und die Wechsel einzuprägen. Ginger und ich waren mit Startnummer 15 recht schnell an der Reihe. Nachdem ich sie kurz vor unserem Lauf mit etwas Unterordung und Spiel vorbereitet hatte, ging ich an den Start, setzte sie ab und begab mich zu meiner Position im Parcours. Ginger bellte zwar andauernd, blieb aber auf ihrem Platz, bis ich sie abrief. Ich konnte den Parcours genau so ablaufen, wie ich es mir vorgenommen hatte. Die Wechsel klappten hervorragend, und Ginger hielt an den Kontaktzonen kurz an. Leider riss sie vier Stangen, was aber sehr vielen Hunden passierte. Von 26 Teams kam nur eines mit null Fehlern durch. Wir liefen die drittschnellste Zeit und trotz der vier Fehler kamen wir auf Platz 10 von 26. Insgesamt war ich zufrieden, da es ein runder Lauf war. Wir hatten keine Verweigerungen, die letztes Jahr noch an der Tagesordnung waren und keine Kontaktzonenfehler. Ginger kreiselte nicht einmal, da ich immer vor ihr war.

Beim Ligalauf, der als Open gelaufen wird, lief es auch rund. Leider riss Ginger wiederum vier Stangen. Hier muss ich noch an mir arbeiten. Ich denke, es passiert, weil ich mich mittlerweile gut von Ginger absetzen kann. Sie möchte dann schnellstmöglich hinterher und wird dadurch sehr flach. Beim Jumping Open lief ich leider ins Dis, da ich Ginger an einer Stelle von der falschen Seite über die Hürde führte. In der Mannschaftswertung erreichte das Cup-Team-Heidesheim den vierten Platz von 13 Mannschaften. Ich denke, darauf können wir aufbauen.


2. Mai 2011 — Leider ist es schon wieder vorbei,

dass zweitägige Seminar mit Philipp Müller-Schnick. Die letzten beiden Tage standen ganz unter dem Motto "Rennen, rennen und nochmal..." Dreimal täglich mussten die Gruppen ran und Philipp wollte alles sehen, was im Parcours möglich ist. Vor allem die Kontaktzonen, alle Wechselmöglichkeiten und die optimale Linie im Parcours waren in jeder Trainingseinheit gefragt.

Für mich persönlich nehme ich einmal mehr mit, dass ich mit Ginger einen Hund habe, der immer hoch motiviert ist und alles kann, wenn ich ihr denn den richtigen Weg aufzeige und meine Körperhaltung ihr ganz klar den Weg aufzeigt. Den Laufweg des Hundes zu erkennen, daran gilt es zu arbeiten. Ansonsten sind eigentlich nur noch die Kontaktzonen ein Problem. Ginger trifft sie zwar sehr sicher, aber sie bleibt nicht stehen, so dass ich mich ein wenig von ihr absetzen kann. Gerade dies wäre ihrer Schnelligkeit sehr wichig für mich und daran werde ich in den Trainingseinheiten verstärkt arbeiten.

Es waren wieder zwei tolle Tage aus denen ich eine Menge Informationen für mich mitnehme. Ginger und mir hat es einen großen Spaß gemacht und wir hoffen, dass uns das erlernte in der neuen Turniersaison, die für uns am 2. Juni beginnt weiter hilft. Bis dahin können wir es noch in mancher Trainingseinheit festigen.


20. März 2011 — Frühlingserwachen

Unter diesem Motto stand das größte Turnier, das unser Verein bisher ausgerichtet hat. Über 80 Teams in allen Klassen fanden sich ab 9 Uhr am Rheinufer in Heidenfahrt ein, um gemeinsam einen schönen Turniertag zu verbringen. Hatte es noch am Vortag aus allen Himmelsschleusen geregnet, strahlte heute die Sonne mit aller Macht.

Einige unserer Mitglieder hatten schon früh Brötchen mit leckerem Schinken, Schweinemett, Salami und Käse belegt. Außerdem gab es mehrere wunderbare, leckere Kuchen, um die uns jede Konditorei beneidet hätte, dazu frischen Kaffee. Nachdem sich die Teams gestärkt hatten, ging es endlich los. Ginger und ich mussten uns lange gedulden, da zuerst die Läufe der A0-Teams stattfanden. Am späten Vormittag ging es endlich auch für uns los. Zwei A-Läufe und ein Jumping durfte jedes Team laufen. Es wurden keine Null-Fehler-Läufe, aber Ginger machte keinen Frühstart, und so konnten wir alle Läufe mit je zwei Fehlern absolvieren. Ein Dis gab es an diesem Tag generell nicht, da es ein Fun-Turnier war. Insgesamt war ich mit meinen Läufen zufrieden.

Ganz zum Schluss wurde die Mannschaftswertung vorgelesen. Jeder Verein stellte eine oder mehrere Mannschaften. Damit es auch gerecht zuging, wurden diese ausgelost. Achtzehn Mannschaften waren am Start, unsere Mannschaft holte Platz 13.


26. Februar 2011 — Hallenmeisterschaft des ATH

Heute fand nach dem Hallentraining in der Winterzeit das Abschlussturnier statt. Alle Teams, die am Wintertraining teilgenommen haben, "kämpften" gegeneinander. Lediglich die Anfänger bekamen einen einfacheren Parcours. Die A-Läufe von Ginger und mir waren mehr oder weniger schlecht. Einmal lief sie mir sogar zwischen die Füße, und ich schlug der Länge nach hin. Gott sei Dank hatte es keine Folgen. Im Jumping konnten wir endlich zeigen, was geht, wenn man sich konzentriert und versucht, einen entspannten Lauf hinzulegen. Mit der drittschnellsten Zeit von allen und als einzigstes Team mit einem fehlerfreien Lauf holten wir uns den ersten Platz.


8. bis 14. Januar 2011 — Agilityseminar in Oberammergau

Lange darauf gefreut und leider schon wieder vorbei. Am Samstag, den 8.01., ging es nach Oberammergau ins Hundesporthotel Wolf. Dort nahm meine Trainingsgruppe vom ATH an einem fünftägigen Seminar mit Philipp Müller-Schnick und Thomas Behrendt. Es war eine unglaublich schöne Woche für mich. Gesehen von der herrlichen Umgebung oder von Oberammergau mit seinen schön bemalten Häusern haben wir fünf nichts. Für Yvette, Katja, Markus, Dirk und mich war es harte Arbeit. Arbeit, die wir aber mit viel Freude und Elan verrichteten. Jeden Tag gab es zwei Trainingseinheiten, jeweils zwei Stunden vor- und nachmittags. Unsere Gruppe hatte die ersten beiden Tage Thomas und die drei weiteren Philipp als Seminarleiter. Die Trainingstage waren lang. Mal begannen sie um 7.30 Uhr und zweimal endeten sie erst um 18.30 Uhr.

Auch meine Frau Jana und Romina waren mitgekommen. Sie genossen die Tage und machten stundenlang die Gegend zwischen Ober-, und Unterammergau unsicher. Abends erzählte sie mir von ihren Wanderungen und so konnte ich mir wenigstens ein bisschen die Umgebung vorstellen.

In unsere Gruppe kam noch Petra aus Ravensburg mit ihrem Border Ben. Als wenn sie für uns ausgesucht worden wäre. Petra und auch Ben passten hervorragend in die Gruppe. Nicht nur menschlich, sie hat genau den gleichen Humor wie wir anderen, sie ist herzlich und sehr aufgeschlossen. Ihr Ben ist genauso triebstark wie unsere Hunde und letztendlich hat Petra einen sehr schönen Führstil.

Für uns Agilityverrückten sah ein durchschnittlicher Tagesablauf ungefähr so aus: Aufstehen - mit dem Hund raus - gemeinsames Frühstück mit der Gruppe - ca. 20 Minuten vor Trainingsbeginn mit dem Hund raus - zwei Stunden Training - ca. 20 Minuten den Hund laufen lassen - kleine Mahlzeit - hinlegen und ausruhen - ca. 20 Minuten vor der zweiten Trainingseinheit mit dem Hund raus - zwei Stunden Training - ca. 20 Minuten den Hund laufen lassen - zurück ins Hotel - Hund füttern - ausruhen, wenn es die Zeit zulässt - "aufhübschen" ;-)) - gemeinsames Abendessen mit der Gruppe - gemütliches Zusammensein und den Tag besprechen - schlafen. Urlaub sieht anders aus. Aber, es bringt so unglaublich viel Spaß, mit seinem Hund so intensiv zu trainieren, mit den Freunden gemeinsam die Trainingseinheiten zu absolvieren und zu sehen, was mit seinem Hund möglich ist, wenn alles gut läuft. Natürlich ließen wir es auch einen Abend richtig krachen. Die Antwort gaben uns Körper und Geist am nächsten Tag. Philipp nahm natürlich keine Rücksicht darauf, aber dafür ist er ja bekannt ;-).

Diplomhektiker, Duracellhase, Walze, Schnippi-Schnappi, Triebtot und Elfe. Das ist nur ein kleiner Auszug der Titel, die wir uns bei Thomas oder Philipp abholten. Für eine gerissene letzte Hürde mussten wir diesmal den Hulahupreifen um unsere Hüften kreisen lassen. Von den Kosenamen einmal abgesehen, sie verstanden es immer wieder, uns zu motivieren und auch gerade durch die eine oder andere überspitzte Bemerkung das Letzte aus uns herauszukitzeln. Alle Wechsel standen auf dem Programm. Belgier, Franzosen, Change, Ketschker oder der klassische Wechsel "Cross Back" waren genauso an der Tagesordung wie Kontaktzonentraining und links-, sowie rechtsgeführte Slalom. Ich kann gar nicht alles aufzählen, was in den fünf Tagen trainiert wurde. Philipp und Thomas standen täglich bis zu elf Stunden in den Hallen und versuchten, uns ihr Wissen zu vermitteln. Dafür ein großes Lob an die Beiden.

Wir fühlten uns alle sehr wohl im Hundesporthotel Wolf. Die Zimmer sind angenehm groß und sauber und in jedem gibt es einen Trinknapf für die Hunde. Das Personal immer freundlich und bemüht, es jedem Recht zu machen. Frühstücksbuffet und Abendessen sind sehr lecker. Es gibt eine extra Hundedusche und und und ... In dieser Woche seien an die 80 Hunde im Hotel, erzählte man uns beim Begrüßungssekt am ersten Abend. Man hält es kaum für möglich, aber man nahm sie kaum wahr. Für mich steht fest, im nächsten Jahr komme ich gerne wieder ins Hundesporthotel Wolf, wenn Philipp und Thomas dort zum "Tanz" bitten. Davor gibt es aber bereits im April ein Wiedersehen mit Philipp beim vereinsinternen Seminar des ATH.