8. Dezember 2012 — Ginger hat uns verlassen

Es tut so entsetzlich weh. Am Samstag den 8.12. ging meine über alles geliebte Ginger über die Regenbogenbrücke.

Noch weit genug weg von einer Landstraße sollte sie angeleint werden, als unvermittelt ein Hase aus dem Gebüsch lief. Ginger lief hinter ihm her bis auf die Straße. Dort wurde sie von einem Auto erfaßt. Auf dem Weg zum Tierarzt starb sie. Niemand trifft eine Schuld, es war eine Verknüpfung von Umständen. Auch dem Autofahrer hätte ich keine Schuld gegeben. Seine Schuld ist es, nicht angehalten zu haben. Ich hoffe, dass ihn das Leben für diese Missachtung eines Lebewesens bestraft. Ein anderer Autofahrer, der selbst mit seinem Hund auf dem Weg zum Tierarzt war, gab uns eine Decke um Ginger warm zu halten. Wir kennen seinen Namen nicht, aber wir danken ihm sehr dafür. Wir glauben nicht, dass Ginger leiden musste. Als ich sie von der Straße aufhob, sah sie mich mit großen Augen an, aber sie war ganz ruhig.

Genau vor fünf Jahren haben wir sie zu uns geholt. Vom ersten Tag an war es mein Schattenhund. Von allen meinen Hunden die ich bis heute hatte war sie es, die so an meinem Leben teilnahm, wie kein anderer. Sie war stets bereit etwas mit mir und für mich zu tun. Es war wirklich so, wie ich es hier auf dieser Seite am 9.12.2007 schrieb - A DREAM COMES TRUE - Ein Traum wird war werden. Sie hat mich zum träumen gebracht. Fast alles flog uns nur so zu, egal was ich mit ihr auch begann. Ihre Erziehung war ein Kinderspiel, sie geschah fast von selbst. Sie hatte ein unbeschreibliches Wesen. Sie war sanft, ging jedem Streit aus dem Weg wenn es machbar war. Aber sie hatte auch eine andere Seite. Sie hatte eine Power, die unerschöpflich schien. Allem und jedem gegenüber war sie offen. Ihr Art den Menschen zu begegnen machten viele Menschen aufmerksam auf diese Rasse und auf keinen Hund wurde ich mehr angesprochen als auf sie. Es gibt sogar Menschen, liebe Birgit, du bist gemeint, die wegen Ginger selbst einen Cattle Dog zu sich holten.

Die Begleithundeprüfung bestanden wir mit Bravour. Sie lernte in einer Windeseile neue Tricks und jede Minute mit mir zu arbeiten war ihr lieber, als ein langer Spaziergang. Das zeigte sie mir ganz genau. Diesen Hund konnte ich lesen wie ein Buch. Stets war sie gut gelaunt und zu allem bereit. Ja, wir hatten auch unsere Diskussionen mit einander und manchmal musste ich auch ein ernstes Wort mit ihr reden. Aber das war schnell vergessen. Sie nahm mir nichts krumm und verzieh mir auch Ungerechtigkeiten, von denen ich mich nicht frei machen kann. Dafür liebe ich sie umso mehr.

In meinem geliebten Sport gab sie stets alles. Alleine an meinem bescheidenen Talent lag es, dass wir nicht mehr erreicht haben. Aber, es hat uns beiden immer eine große Freude gemacht diesen Sport auszuüben. Wir haben so viele tolle Menschen kennen gelernt und es haben sich Freundschaften gebildet. Aber ich denke auch, dass meine Ginger und ich auf den Turnieren gern gesehen waren.

Wir hatten noch so viele gemeinsame Träume. Sie wurden im Bruchteil einer Sekunde zerstört.

Für die große Anteilnahme, den Zuspruch, die vielen Emails, die Wünsche und privaten Nachrichten in Facebook möchten wir uns von ganzem Herzen bedanken. Wir hätten es nie für möglich gehalten, dass so viele Menschen Anteil nehmen an unserem Schmerz. Lieben, lieben Dank dafür, wir werden es Euch nie vergessen.

Alle unsere Hunde haben einen Platz in meinem/unserem Herzen. Ginger war und wird aber immer etwas ganz besonderes für mich sein. Gestern habe ich durch Zufall zum ersten mal ein Gedicht von Erich Fried gehört. Ich finde, es passt einfach gut zu meiner jetzigen Verfassung und deshalb schreibe ich es hier auf.

Was es ist
Es ist Unsinn
sagt die Vernunft
Es ist was es ist
sagt die Liebe
Es ist Unglück
sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht
Es ist was es ist
sagt die Liebe
Es ist lächerlich
sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung
Es ist was es ist
sagt die Liebe

5. August 2012 — Am Bodensee

Dieses Jahr verbrachten wir unseren Sommerurlaub am Bodensee. Auf Empfehlung von Marina und Heinz fuhren wir nach Wasserburg ins Hotel Lipprandt. Ein Haus, dass man auch ruhigen Gewissenes Hundeleuten empfehlen kann. Der Bodensee ist ein Traum. Gerade für uns Hundeleute. Nirgendwo gibt es Verbotsschilder, dass die Hunde nicht ans Wasser dürfen. An sehr, sehr vielen Stellen kann man direkt an den See und die Hunde dürfen schwimmen. Sogar an den Privatstrand des Hotels und auf die Liegewiese dürfen die Hunde mit.

Direkt vom Hotel aus kann man zu Fuß loswandern. Viele Wege laden ein die herrliche Umgebung nach allen Richtung zu erkunden. Von Wasserburg aus kann man in östlicher Richtung bequem bis Lindau und wieder zurück laufen. In westlicher Richtung geht das bis Kressbronn. Es gibt so viele Möglichkeiten, man kann sie garnicht alle aufzählen. Eine schöne Sache ist es auch, mit dem Schiff nach Langenargen zu fahren und dann bis Wasserburg zurück zu wandern. Auf dem Weg laden Kressbronn und Nonnenhorn zum verweilen ein.

Für musisch interessierte ist die Seebühne in Bregenz ein Muss. Alle zwei Jahre wechselt das Programm und ein Bühne wird direkt in den See gebaut. Wir verbrachten einen Abend dort und schauten uns die Oper Andre Chenier an. Keine Minute davon wollen wir missen, ein unvergessliches Erlebnis.

Ebenfalls wunderbar, vor allem für uns Hundeleute, ist die Gegend um Gohren. Mit dem Auto ist man von Wasserburg aus in weniger als 15 Minuten dort. Hier gibt es wunderbare schattige Wege durch einen Wald, aber auch sonnige Badebuchten die kaum besucht sind. Hier können die Hunde nach Herzenslust im Wasser toben ohne einen Menschen dabei zu stören. In den Buchten findet man jede Menge Treibholz in bizarren Formen. Das sammeln machte uns großen Spaß und es wird sicher das ein oder andere Kunstwerk daraus entstehen.

Viel zu schnell gingen die Tage vorbei. Wir waren aber sicher nicht das letzte Mal in Wasserburg am Bodensee.


25. Februar 2012 — In Oberstdorf

Samstags nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg nach Oberstdorf, um in der Ferienwohnung von Katharina und Fritz eine Woche zu relaxen, die Umgebung zu bewandern, es uns einfach gut gehen zu lassen. Die Fahrt dorthin wurde leider recht stressig. Kaum waren wir auf der Autobahn, wurde der erste Stau gemeldet und unser Navi leitete uns um. Dies passierte noch etliche Male, so dass wir letztendlich über den Bodensee nach Oberstdorf fuhren. Gegen Nachittag kamen wir an, und dank der Navigation hatten wir kein einziges Mal gestanden.

Die Wohnung von unseren Freunden ist, um es mit einem Wort zu sagen, wunderschön. Das viele Holz, das hier verbaut wurde, die hohen Decken, der Kaminofen und die geschmackvollen Möbel machen einem das Wohlfühlen leicht. Zwei Zimmer, Kochnische und Tageslichtbad geben einem selbst mit zwei Personen und zwei Hunden genug Raum. Also, angekommen, ausgepackt und dann erstmal mit den Hunden eine Runde an der Breitach entlang. Leider regnete es am Ankunftstag ganz leicht. Das änderte sich aber bereits am darauffolgenden Tag. Als ich morgens die Jalousie im Schlafzimmer herunterzog, tanzten dicke Flocken durch die Luft, und alle Bäume und Sträucher hatten eine weiße Haube. Auf dem Boden lag noch genug Schnee, und an den Straßenrändern türmte sich dieser oft bis zu zwei Metern.

Nach dem ersten Gassjen mit den Hunden wurde ausgiebig gefrühstückt, und wir machten uns auf den Weg nach Fischen. Es ging immer an der Breitach entlang, und wir waren hin und zurück gut 14 km unterwegs. Das tollste war, dass wir wegen des hohen Schnees auch Romina, unsere Jägerin, frei laufen lassen konnten. Abends waren wir rechtschaffen müde und legten nach dem Abendessen die Füße hoch, um uns einen schönen Film im Fersehen anzuschauen. Am nächsten Morgen lachte uns zum Aufstehen die Sonne entgegen, und das änderte sich die ganze Woche nicht mehr. Von früh bis spät Sonne pur - Kaiserwetter. Gleich nach dem Frühstück machten wir uns auf, um zur Seealpe zu wandern. Vorbei an der Skisprungarena ging es fast zwei Stunden stetig und steil bergauf. Wir legten in dieser zeit über 400 Höhenmeter zurück. Unterwegs hatten wir einige Schrecksekunden. Wir waren noch nicht so weit vom Ort entfernt, als unweit von uns eine Gemse auftauchte. Romina hatte sie sofort entdeckt und startete durch. Ginger natürlich hinterher. Gott sei Dank war der Schnee aber so tief, und die beiden hielten nach etwa 50 Metern an. Die Gemse wusste wohl die Schneehöhe gut einzuschätzen, denn sie hatte es gar nicht eilig, davonzulaufen, das machte sie ganz gemächlich. Auf der Seealpe angekommen machten wir in der Sonne sitzend eine kleine Rast, um uns dann wieder an den Abstieg zu machen. Was für ein herrlicher Tag!

Dienstag hatten wir uns in Oberstaufen verabredet. Und das kam so. Ich bin schon lange Zeit in einem Forum, in dem es hauptsächlich um die Rasse der Cattle Dogs geht, Mitglied. Dort ist auch eine junge Frau Mitglied, die am Bodensee wohnt und ebenfalls ein rotes Cattledogmädel hat. Ich schrieb ihr, dass wir nach Oberstdorf kämen und ob wir uns nicht irgendwo in der Mitte zwischen Oberstdorf und dem Bodensee treffen wollten. Sie meinte ja, und so kam es, dass wir uns am frühen Mittag auf den Weg nach Oberstaufen machten. Dort trafen wir Cate, so heißt das Cattlemädel, und deren Menschen Sandra und Mark. Wir tranken erstmal eine Tasse Kaffee zusammen, bevor wir uns auf einen Rundweg oberhalb von Oberstaufen machten. Danach hatten wir alle Hunger und besuchten noch eine Pizzeria. Meine Frau und ich sind uns einig, selten haben wir Menschen getroffen, die uns gleich so sympatisch waren. Es war keine Minute langweilig, und wir hatten ständig Gesprächsstoff. Da wir im Sommer an den Bodensee fahren, haben wir uns gleich wieder verabredet und wir freuen uns schon darauf. Meine Freude ist besonders groß, da mir Sandra angeboten hat, eine Trainingsstunde in ihrem Agilityverein in Österreich mitzumachen - da sage ich natürlich nicht nein.

Wer mehr von Cate sehen möchte klickt hier.

Ein weiters Highlight war die Wanderung durch die Breitachklamm. Im Sommer ist es schon wunderschön dort, aber der Winter in der Klamm ist traumhaft. Riesige Eiszapfen, Eiskaskaden, ja ganze Eiswände lassen einem nicht aus dem Staunen herauskommen. Wir hatten uns natürlich vorher im Verkehrsverein erkundigt, ob es mit Hunden sinvoll ist, in die Breitachklamm zu gehen. Die Dame meinte, es wäre kein Problem, und so war es auch. Die Wege sind gut mit Schotter abgestreut, und es gab nirgends ein Problem. Diesen Tag werde ich sicher sehr lange im Gedächtnis behalten.

Leider holte ich mir drei Tage vor der Abreise eine recht heftige Erkältung, so dass nur noch kleine Spaziergänge möglich waren. Meine Frau Jana kam so in den Genuss, Oberstdorf mal alleine zu erkunden und die vielen kleinen Geschäfte zu erforschen. Es war eine wunderbare Woche, und wir denken gerne daran zurück.