19. Dezember 2007 - Kaum da, muss sie schon wieder weg

Wie schon viele Jahre vorher, fuhren wir auch dieses Jahr wieder über Weihnachten und Silvester in Urlaub. Diesmal wurde die Vorfreude aber getrübt. Wir konnten Ginger nicht mitnehmen. Knappe drei Wochen konnten wir nur zusammen verbringen, aber mit vier Monaten ist ein Welpe, auch wenn es ein Cattle Dog ist, noch nicht so weit, um auf ausgiebige Wandertouren durch den oftmals tiefen Schnee mitzukommen. Dazu kommt noch, dass sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht stubenrein war, und das macht sich in einem 4-Sterne-Hotel nicht so gut ;-)). Schon als wir Ginger von der Züchterin abholten war geklärt, dass sie die Kleine für die 14 Tage zu sich nimmt. Aber es kam doch etwas anders. Schon vor langer Zeit hatte ich in einem Cattle-Dog-Forum Angelika kennengelernt. Und nun stellte sich heraus, dass sie eine Freundin der Züchterin Zuzana Behne ist. An dem Tag, an dem wir Ginger abholten, war Angelika mit ihrem Cattle Dog "Eddie" auch dort und wir konnten uns so persönlich kennenlernen. Angelika bot uns an, unsere Ginger für die Zeit unseres Urlaubs zu sich zu nehmen. Gerne nahmen wir dieses Angebot an. Ginger konnte von diesem Aufenthalt nur profitieren. Gerade in diesem Alter ist die Sozialisierung sehr wichtig und wo könnte sie besser sozialisiert werden als in einem Haushalt, in dem drei Hunde leben und in dem es eine Frau gibt, die sich so gut mit Cattle Dogs auskennt. Auf diesem Wege möchten wir Dir, liebe Angelika, noch einmal recht herzlich danken.

9. Dezember 2007 - Wow, so viele Hunde

Das hat sich Ginger sicher gedacht, als wir gestern auf den Parkplatz von Schloßwaldthausen fuhren. Wir machten eine Spaziergang mit Hunden von unserem Agilityverein. 25 Hunde und 40 Menschen, dass müsste eigentlich sehr beeindruckend für unsere Kleine sein haben wir gedacht. Weitgefehlt, völlig unbeeindruckt von diesem Gewusel lief sie durch die Menge, um einen Hund nach dem anderen zu beschnuppern und zu begrüßen. Die meisten freuten sich Ginger zu sehen, manche knurrten, andere bellten sie an. Aber auch dass beeindruckte sie nicht, sie bellte kurz zurück, drehte sich um, und lief zum nächsten. Im Laufe des Spazierganges lies ich sie auch ein ganzes Stück frei laufen.

Da wir es bis zu diesem Tag geheim gehalten hatten, dass wir noch einen Hund zu uns genommen haben, war Ginger natürlich erstmal die Attraktion. Alle wollten wissen, was es für eine Rasse ist, wo wir sie her haben, wie alt, und noch viele andere Fragen. Nach dem Spaziergang gingen wir in eine Gaststätte um es uns bei gutem Essen, und etwas zu trinken, gemütlich zu machen. Unser Trainer hielt eine kleine Ansprache, und wußte über jeden der Anwesenden etwas zu berichten. Für jeden gab es eine Tüte mit Leckerein, mit dabei eine Dose Hundefutter mit dem Bild von Romina darauf. So nahm für unsere Ginger trotz aller coolnes ein sicher aufregender Tag sein Ende.

8. Dezember 2007 - Das erste Sitz

Seit gestern darf Ginger bei den Spaziergängen frei laufen. Aber natürlich nur dann, wenn wir ganz weit weg von Straßen sind. Sie bleibt ganz ins unserer Nähe und jedesmal, wenn ich sie rufe, kommt sie freudig angelaufen. Denn sie bekommt immer ein Leckerle in das kleine Schnäuzchen geschoben. Schon dass sie sofort kommt freut mich sehr, aber es kommt noch besser. Obwohl gestern das erste Mal geübt, machte Ginger heute bei jeder Ansage Sitz. Wir sind so stolz, und es ist unbegreiflich, wie schnell die Kleine lernt. Noch etwas gibt es zu berichten. Ganz stubenrein ist Ginger ja noch nicht, aber heute hatten wir ein tolles Erlebnis. Während meine Frau am Wohnzimmertisch Zeitung las, ging Ginger plötzlich an die Terrassentür und kratzt mit ihrer kleinen Pfote am Glas. Jana ließ sie raus, und sie lief geradewegs auf den Rasen, setzte sich hin, und machte ein Pipi. Ist das nicht famos?

7. Dezember 2007 - Die erste Woche

Um es vorweg zu nehmen, Ginger ist ein Sonnenschein. Schon von der ersten Nacht an schläft sie in ihrer Box neben meinem Bett, sieben bis acht Stunden durch, ohne das kleinste Jammern. Die Tage vergehen wie im Flug und sind im Moment aufregend und anstrengend. Man muss immer hinter ihr her sein, damit sie keinen Unsinn anstellt. Aber sie spielt auch schön mit ihrem Kauseil oder einem Ameisenbär. Natürlich spielen wir auch mit ihr, aber keine Zerrspiele, da sie ja noch ihre Milchzähne hat. Die Spaziergänge mit ihr sind um Moment max. ein halbe Stunde, da die Knochen und Gelenke noch im Aufbau sind, und nicht überlastet werden dürfen. Und natürlich wird es noch eine kleine Weile dauern, bis sie ihr Pipi dahin macht wo es sich gehört, nämlich draußen in der freien Natur. Abends, wenn Ruhe einkehrt, liegt die Kleine Ginger mit mir auf der Couch, kuschelt und schläft.

Ginger wiegt nun mit 16 Wochen 9,3 kg und hat eine Schulterhöhe von 38 cm.

1. Dezember 2007 - Wir sehen Ginger zum ersten Mal

Endlich war es soweit. Am Samstag luden wir unsere Romina ins Auto, denn sie hat ja auch Mitspracherecht ;-)), und es ging in Richtung "Windecker Ländchen". Gegen 11.30 Uhr waren wir da und lernten Zuzana nun persönlich kennen, bisher hatte ich ja nur gemailt oder telefoniert. Sie ist live genauso nett wie am Telefon ;-)). Romina musste zuerst einmal im Auto bleiben. Zuzana holte die Mutter und ihr Welpen, das bis dahin noch Honey hieß, zu uns. Die Kleine kam ohne zu zögern auf uns zu und wedelte wie verrückt mit dem kleinen Schwänzchen. Wir schmolzen dahin und es war um uns geschehen. Wenn es vorher nicht schon klar war, dass wir die Kleine mitnehmen, dann jetzt. An der Mutter konnten wir sehen, wie hübsch "Unsere Kleine Ginger" einmal wird. Im Laufe des Tages bekamen wir noch alle Hunde incl. Gingers Vater Knight zu sehen. In der Zwischenzeit kam Angelika mit Gingers Halbbruder Eddy vorbei. Nachdem wir Romina dazugeholt hatten, spielten die Hunde total ausgelassen miteinander. Hier konnte man schön sehen, wie sozialisiert sie alle sind. Eddie ist ein richtiger Charmeur und knabberte Romina ständig an den Schlappohren, um sie zu bezirzen. Irgendwann gingen wir dann alle ins Haus, um die Formalitäten zu erledigen. Am späten Nachmittag machten wir uns dann glücklich und mit Ginger auf Janas Schoß auf den Nachhauseweg. Die kleine Ginger fuhr ohne Probleme die fast 200 km lange Strecke und schlief zwischendurch immer ein.

22. November 2007 - Wie alles begann

Vor über zweieinhalb Jahren, als Romina zu uns kam, sprach mich bei einem Spaziergang ein Mann an und fragte, ob sie ein Cattle Dog oder ein Cattle Dog Mischling sei. Bis dahin war mir diese Rasse unbekannt. Zuhause ging ich gleich ins Internet und schaute nach. Tatsächlich sieht Romina manchen Cattle Dogs sehr ähnlich. Wenn sie stehende Ohren hätte, wäre die Ähnlichkeit noch größer.

Ich interessierte mich immer mehr für diese Rasse und verschlang wie ein Süchtiger alles, was mir vor die Augen kam. Ich ging auf die Webseiten von Züchtern, meldete mich im "cattledog-forum" an, um mehr über diese wunderbare Rasse zu erfahren. Hier wurde ich allerdings oft angefeindet. Erdreistete ich mich doch, Romina einen Cattle Dog Mix zu nennen. Teilweise ging es schon ziemlich unter die Gürtellinie. Aber es gab auch nette Menschen dort. So lernte ich schon damals Zuzana Behne, die unter dem Namen "VA BENE" züchtet, kennen. Nicht zu vergessen Angelika, die immer sehr kompetente Ratschläge gibt.

Über die Jahre wurde der Wunsch immer größer, einen Cattle Dog zu uns zu holen. So schrieb ich Zuzana Behne vor Kurzem eine Mail, um zu fragen, ob sie nächstes Jahr wieder einen Wurf plant. Schon einen Tag später kam ihr Anruf. Ja, sie würde nächstes Jahr einen Wurf planen und natürlich würde sie uns eine rote Hündin reservieren, wenn eine dabei wäre. An diesem Abend unterhielten wir uns sehr lange, und so erfuhr ich, dass sie aus dem Augustwurf ein rotes Mädel behalten hat, um mit ihr zu züchten. Nach eindreiviertel Stunden waren wir übereingekommen, dass sie uns die Hündin geben würde, wenn wir sie wollten. Ein anderer aber würde sie nicht bekommen. Vielleicht wäre sie eine sehr erfolgreiche Hündin auf Ausstellungen und in der Zucht geworden, denn ihr Name verspricht es eigentlich. Die Kleine heißt nämlich mit Zuchtnamen "Va Bene Greatest Hit". Und so kam es, dass wir für Samstag, den 1. Advent, einen Termin vereinbarten, um uns die Kleine Honey, wie sie bis dahin hieß, anzuschauen.

Bis dahin wurden es für mich aufregende Tage und schlaflose Nächte. Am Tag saß ich am Computer und schaute mir ständig die Webseite von "Va Bene" an, um mir die Kleine und ihre Eltern anzuschauen. Nachts lag ich oft Stunden wach, um mir vorzustellen, wie es mit dem Cattle Dog Mädel wird, und was wir noch kaufen müssen.